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Essstörung Close Up


Die Medizin teilt Essstörungen in Sparten ein: Anorexie, Bulimie, Bing Eating.

Bei vielen Erkrankten überschneiden sich die Symptome. Viele Magersüchtige erbrechen sich auch hin und wieder oder haben es schon mal versucht. Eine Essstörungen hat wenig damit zu tun schlank sein zu wollen, das ist oft der Einstiegsgedanke aber selten das wirkliche Problem. Was treibt so viele Frauen dazu einen Kreuzzug gegen sich selbst zu richten? Warum tauchen Essstörungen in unserer Zeit soviel häufiger auf als jemals zuvor? Was bewegt uns dazu, sich der gesunden Welt abzuwenden und mit erhobenen Hauptes dem Alptraum entgegen zu treten? Am Ende wird jeder Faden zur Realität verschwunden sein und du bist in einer grauen, trostlosen Welt, in der nichts mehr ist wie es mal war, Tod Ehre bedeute und das Leben an Wert verliert.


Ein Einblick:

Der Anfang ist getan,du möchtest nur 5 Kilo abnehmen um einen schlanken BMI zu haben, oder im Sommer gut im Bikini auszusehen. Zeitschriften und Internet geben gerne Auskunft über Diäten und Kalorien angaben. Dein soziales Umfeld bestärkt dich und lobt dich ausgiebigen als die ersten Pfunde purzeln. Unterbewusst werden Lebensmittel in „gut“ und „schlecht“ unterteilt. Diese Stempel werden dich dein Leben lang begleiten, aber das weißt du noch nicht. Jahre später wirst du im Supermarkt vor der Butter stehen die mit roten Lettern versehenen ist:„Schlecht“. Du steckst dir eine Kalorienbilanz für den Tag, notierst dir die Werte eine Butterbrezel. Der morgendliche Gang auf die Wage wird zum Pflichtprogramm, zeigt sie weniger als am Vortag an durchzuckt dich ein Glücksgefühl. Du bist etwas wert. Du erreichst deine Ziele. Die ersten Wochen wird dein Körper das ungewohnte Essverhalten noch dulden, aber früher oder später beginnt er sich gegen die runtergeschraubte Kalorienzufuhr zu wehren. Der Appetit wird dich dazu zwingen „schlechte“ Lebensmittel zu essen, du wirst den Moment genießen, allerdings nicht die Schuldgefühle danach.

Vielleicht kommst du auf die Idee dich zu erbrechen. Vielleicht joggst du eine Stunde, vielleicht wirst du auch einfach nur weinen.

Der glückliche Tag ist gekommen , du hast die 5 Kilo verloren, die du verlieren wolltest. Dein Körper ist in Topform, du bist glücklich, fühlst dich wohl und dann ist da diese Stimme im Kopf, die dich lockt und umschmeichelt. „Das hast du großartig gemacht, da geht noch mehr“. Aus 5 Kilo werden 10 Kilo Gewichtsverlust werden und noch mehr. Keine Zahl ist niedrig genug um der Stimme in deinem Kopf zu genügen.


Wenn im Volksmund von Essstörungen geredet wird, fällt häufig das Wort „Kontrolle“. Es wird angenommen das Magersüchtige die Kontrolle über Ihr Essverhalten brauchen, da sie bereits in ihrem Alltagsleben die Kontrolle verloren haben. Lässt man sich mit Haut und Haaren drauf ein, wird die Essstörungen dich 24 Stunden am Tag begleiten. Du wirst mit dem Gedanken an sie einschlafen und wieder aufwachen, selbst in deine Träume wird dich das Essen verfolgen. Der komplette Tagesablauf wird durchgeplant, durch gerechnet, angepasst. Es gibt für jeden Tag ein Ziel: Gewichtsverlust und jeden Morgen wirst du belohnt oder für deine Schwäche vom Vortag bestraft.

Am Anfang sieht alles nach Kontrolle aus, eine Chance Struktur in den Kopf und das Leben zu bekommen. Aber dies ist ein Irrtum. Wenn du einen Topf Nudeln kochst, in Käse ertränkst, hastig herunter schlingst und eine halbe Stunde später im Klo runter spülst merkst du das irgendetwas außer Kontrolle geraten ist. Wenn du zu schwach bist um aufzustehen, dich aber nicht traust etwas zu dir zu nehmen .. hast du die Kontrolle verloren. Du wirst jetzt kontrolliert, von einer Stimme die dir jeden Bissen verbietet, dich beschimpft, dich nicht schlafen lässt. Sie verspricht dir dich frei zu lassen wenn du dünn genug bist. Aber sie wird dich niemals gehen lassen. Deine Mühe wird nie genug sein.

Du suchst die Einsamkeit, verschreckt vor dir selbst, verschließt du deine Gefühle und lässt nichts mehr an dich ran. Du siehst nur noch dein Ziel, im Tunnelblick.

Essgestörte sind gefangen in dem Strudel immer weiter abnehmen zu wollen. Schließlich kann man gar nicht dünn genug sein. Leider sieht das sie Gesellschaft ähnlich, man wird noch lange für seine Disziplin gelobt, egal wie schwach man sich dabei fühlt. Man macht sich auf die Suche nach den Grenzen des menschlichen Körpers und des Geistes. Wie weit kann ich noch gehen und was passiert dann? Es ist ein Spiel, man hat seine Seele dem Teufel verkauft in der Hoffnung schlank und damit glücklich zu werden. Es erfüllt dich mit Stolz, von einem Minimum an Nahrung zu leben. Du lächelst über die Leute die denken tatsächlich essen zu müssen. Mit voranschreitenden Untergewicht werden die Sinne schärfer, der Zustand der Schwäche gleicht einem Rausch. Die Sucht richtet sich nicht mehr nach dem bloßen Abnehmen, vielmehr dem Gefühl des Hungers,

der Leere und dem dumpfen Schmerz in der Brust. Deine Umwelt wird zum Spiegelkabinett, wo immer du dich siehst, ziehst du den Bauch ein. Minutenlang stehst du vorm Spiegel und bewunderst

die immer größer werdende Lücke zwischen deinen Schenkeln, umschließt deine Handgelenke mit den Fingern. An manchen Tagen möchtest du essen, zunehmen, gesund sein. Aber die Angst vor einem aufgeblähten Bauch, vor der Gewichtszunahme ist größer. Der Gedanken normal zu sein löst Panik aus.

Aufhören zu hungern würde bedeuten das Leben anzunehmen, verletzt zu werden, Emotionen zu zulassen. Längst hat man vergessen was es heißt zu Leben. Glücklich und satt ein zu schlafen,

das Leben zu schmecken und zu genießen ist längst zur Erinnerung geworden. In manchen Nächten hast du das Gefühl den Verstand zu verlieren. Stetig gehetzt, unter Druck gesetzt von den Geistern die man sich selber schuf springst du jeden Tag aufs neue ins Hamsterrad und verlierst trotzdem immer mehr den Halt. Du willst die Zeit zurück drehen, wünscht dir dich niemals drauf eingelassen zu haben. Verfluchst die Stimme in deinem Kopf, die dich belagert wenn du Schokolade isst. Aber was bist du schon ohne? Worüber sollst du dich definieren? Nichts wird dir jemals wieder so nah sein, wie die Versuchung in deinem Kopf.


Konsequentes Hungern hat keineswegs etwas mir Lifestyle zu tun. Vielmehr geht es um den Wunsch zu verschwinden, Schmerz und Frust zu kompensieren. Es ist eine ewige Suche nach Vergebung und Akzeptanz. Der Körper ist der Spiegel der Seele. Die innere Verzweiflung wird nach außen getragen und auf eine ausgemergelten Leinwand präsentiert. Ich persönlich glaube nicht an einen Schritt zurück, wer zu lange in einer Welt voller Spiegel gelebt hat, wird die Erinnerung niemals abschütteln können. Essen wird nie wieder leicht sein, du kannst die Geister in deinem Kopf ignorieren, aber sie werden immer da sein und in einem schwachen Moment ihre knochigen Hände um deinen Hals legen. Der Körper ist dauerhaft geschädigt von den jahrelangen Strapazen.


Die Frage ist nur, war es das letztendlich wert?




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